Die größte Wärmepumpe der Welt wird in Mannheim, Deutschland, gebaut

29.10.2025
MVV Energie baut im GKM mit der STRABAG die weltweit größte Flusswärmepumpe und investiert rund 200 Millionen Euro in die klimafreundliche Fernwärmeversorgung von bis zu 40.000 Haushalten in der Rhein-Neckar-Region.
Im Bild von links nach rechts: Thomas Büchner, Geschäftsführer der STRABAG Umwelttechnik GmbH; Dr. Gabriël Clemens, Vorstandsvorsitzender der MVV; Christian Sadleder, Mitglied des Vorstandes der STRABAG AG Österreich, Leiter des Bereichs Energieinfrastruktur; Thomas Hörtinger, CTO des GKM; Dr. Hansjörg Roll, CTO der MVV. © MVV
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Mannheim, 29. Oktober 2025 - Größte Wärmepumpe der Welt wird in Mannheim gebaut

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie AG (MVV) treibt die Energiewende in der Rhein-Neckar-Region voran. Das Unternehmen hat die STRABAG Umwelttechnik GmbH mit dem Bau einer zweiten Flusswärmepumpe auf dem Gelände der Grosskraftwerk Mannheim AG (GKM) beauftragt. Die Arbeiten sind Teil eines Projekts mit einer Gesamtinvestition von bis zu 200 Millionen Euro. Nach einer EU-weiten Ausschreibung wird das Projekt mit Mitteln aus dem Bundesförderprogramm für effiziente Wärmenetze (BEW) gefördert. Die Generalplanung und Vorplanung wurde von der INP Deutschland GmbH durchgeführt, die sich auch an der Ausschreibung beteiligt hat. Die geplante Anlage wird eine thermische Leistung von bis zu 165 Megawatt erbringen und ist damit nach derzeitigem Stand die größte Wärmepumpe ihrer Art weltweit.

  • Mit dieser neuen Flusswärmepumpe investieren wir in die Energiezukunft Mannheims und der Metropolregion Rhein-Neckar. Sie ist ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg zur vollständigen Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung in Mannheim und Umgebung bis 2030.

    Dr. Gabriël Clemens
    Vorstandsvorsitzender von MVV

Die Großwärmepumpe wird aus zwei Einzelmodulen mit einer Leistung von je 82,5 Megawatt bestehen. Sie werden Rheinwasser als Wärmequelle nutzen und mit dem natürlichen Kältemittel Isobutan Fernwärme mit Temperaturen von bis zu 130 °C erzeugen. Der Baubeginn ist für Mitte 2026 geplant.

  • Dank der Energie aus der thermischen Abfallbehandlung, unserem Biomasseheizkraftwerk und der ersten Flusswärmepumpe können wir bereits heute fast 50 Prozent unseres Fernwärmebedarfs aus erneuerbaren Quellen decken. Die neue Flusswärmepumpe soll im Winter 2028 in Betrieb gehen und bis zu 40.000 weitere Haushalte mit klimafreundlicher Wärme versorgen. Um eine vollständige Dekarbonisierung zu erreichen, planen wir außerdem eine weitere Flusswärmepumpe und die Nutzung des geothermischen Potenzials der Region.

    Dr. Hansjörg Roll
    Technischer Geschäftsführer von MVV
  • Der Auftrag aus Mannheim stärkt unsere Position als Partner für eine zukunftsorientierte, klimaneutrale Wasser- und Energieinfrastruktur. Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit der MVV einen aktiven Beitrag zur Dekarbonisierung der städtischen Wärme- und Energieversorgung zu leisten. Unsere Kombination aus technischer Kompetenz und nachhaltiger Innovation macht STRABAG zu einer verlässlichen Partnerin für die Energiewende.

    Stefan Kratochwill
    Vorstandsvorsitzender der STRABAG SE

STRABAG bringt in das Projekt das Know-how verschiedener Konzerngesellschaften ein und verfügt damit über umfassende Kompetenzen im Anlagenbau. Die innovative Technologie basiert auf dem HEAT PUMP ALLIANCE® Konzept - einer strategischen Partnerschaft zwischen STRABAG und Atlas Copco Energas im Bereich der Industrie- und Hochleistungswärmepumpen. Kernstück der Anlage sind die bewährten Turbokompressoren von Atlas Copco, die in den letzten 40 Jahren weltweit in mehr als 7.000 Anwendungen erfolgreich eingesetzt wurden. Im vergangenen Jahr erhielt STRABAG einen ähnlichen Auftrag in Göteborg, Schweden, um zwei ältere Wärmepumpenmodule durch eine neue 50-MW-Hochleistungsanlage zu ersetzen.

  • Der Bau der zweiten Flusswärmepumpe am Standort des Grosskraftwerks Mannheim ist ein klares Bekenntnis zum Erhalt des Standorts als Energiedrehscheibe. Das GKM ist Teil der Transformation hin zu einer klimafreundlichen und zukunftssicheren Energieversorgung der Region. Die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur für neue Energietechnologien und unser technisches Projektmanagement sind ein Beispiel für eine nachhaltige gemeinsame Planung.

    Thomas Hörtinger
    Technischer Direktor bei GKM

MVV plant außerdem den Bau einer wasserstofftauglichen Fernwärmenachheizung am Standort des GKM. Mit dieser Anlage soll das Fernwärmewasser während der Heizperiode auf die erforderlichen Netztemperaturen erwärmt werden. Beide Anlagen werden, wie bereits die erste Flusswärmepumpe, vom GKM betrieben. Der Baubeginn für beide Projekte ist für das nächste Jahr geplant.